Johannes Eringena, genannt Johannes Scotus (810 - 877)

Er ist ein Vorscholastiker. Für ihn sind wahre Philosophie und wahre Religion identisch. Er bezieht den Pseudo-Dyonisius ein als Grundlage des späteren Mystizismus. Die christliche Schöpfung sieht er als neuplatonische Emanationslehre.

Anselm von Canterbury (1033 - 1109)

Er gilt als Frühscholastiker. Die wissenschaftliche Einsicht kommt aus dem Glauben. Er führt einen ontologischen Gottesbeweis.
Credo ut intelligentam: Ich glaube, damit ich einsehe)

Albertus Magnus (1193 - 1280)

Er gehört zu den Hochscholastikern. Er wendete sich weg vom platonischen Augustinismus hin zum Aristotelismus. Er bildete die gesamte aristotelische Philosophie systematisch um, reproduzierte sie teilweise, indem er arabischen Kommentare berücksichtigte. Er versöhnte die christliche Lehre mit der neuen Philososphie. Außerdem bezog er Naturforschungen mit ein.

Thomas von Aquin (1225 - 1274)

Er gehört zu den Hochscholastikern und gilt als Vollender des scholastischen Aristotelismus. Auf dem Höhepunkt der Scholastik wird eine scharfe Grenze gezogen zwischen Glauben und wissen. Die Offenbarungssätze gelten als übervernünftig und widerspruchsfrei. Gott ist die reine Aktualität und lässt sich nur a posteriori, aus der Welt als Werk Gottes, beweisen.
Er wurde 1323 heilig gesprochen. Außerdem erhielt er den Titel doctor communis (allgemein anerkannter Lehrer der Kirche).

Duns Scotus (1266 - 1308)

Auch er ist ein Hochscholastiker. Er kritisierte den Thomismus und verkündete das Primat des Willens gegenüber dem Intellekt. Der göttliche Wille ist der letzte Grund für die sittliche Ordnung.

Wilhelm von Ockham (1300 - 1349)

Er gehört auch zu den Hochscholastikern. Er erneuerte den Nominalismus und den Konzeptionalismus und stand deshalb gegen den thomistischen und scotistischen Realismus, wodurch es zum Universalienstreit kam. Er war kritisch und skeptisch. Seiner Meinung nach kann man theologische Sätze nicht aus der Vernunft ableiten.

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