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Kants kopernikanische Wende |
Seine Transzendentalphilosophie geht der Frage nach, ob und wie synthetische (etwas Neues enthaltende) Erkenntnisse a priori (schon vorher, unabhängig von der empirischen Erfahrung) möglich sind. Die Frage ist damit auch, wo die Grenzen unseres Wissens und der menschlichen Vernunft sind.
Kants Meinung nach prägen alle Menschen dieselben Anschauungs- und Denkformen. Die Elemente a priori werden nicht aus der fertigen Welt abgelesen, sondern in sie hineingelegt. Transzendental ist das, was die gegenständliche Erfahrung überschreitet und was als Voraussetzung mitgedacht werden muss, um überhaupt Erfahrungen machen zu können, z.B. Raum, Zeit, Kausalität. Es ist allerdings nicht möglich, über die Grenze der Erfahrungen hinauszublicken. Was wir sehen und erleben ist abhängig von unseren Anschauungen, die dann die Welt ausmachen. Eine wissenschaftliche Lehre von der Seele und von Gott als Inbegriff des Absoluten ist unmöglich.
Für Kant ist eine Handlung dann gut, wenn ihr ein guter Wille zugrunde
liegt. Etwas ist gut, weil es aus Pflicht getan wird, das heißt als etwas das unbedingt
getan werden soll, z.B. Nächstenliebe. Pflicht ist die Notwendigkeit einer
Handlung aus Achtung für das Gesetz, z.B. das allgemeine Sittengesetz. Pflicht
hat nichts mit Treue zu einem Einzelversprechen oder zu einer Einzelperson zu
tun.
Seine Maxime ist: "Ich soll niemals anders verfahren als so, dass ich auch
wollen könne, meine Maxime solle ein allgemeines Gesetz werden."
Der Mensch ist Bürger zweier Welten:
Freiheit ist das Vermögen, Handlungen hervorzurufen, die nicht im Sinne der Kausalität bedingt sind, sondern aus sich selbst bestimmt sind und Ursache einer Kette kausaler Vorgänge werden können.